1. Tag - 19.03.
07:06 Uhr Abfahrt St.Pölten Hbf
11:06 Uhr Ankunft München Hbf

12:00 Uhr Bahnhofsmission München (Besichtigung, Fachaustausch, Diskussion, Unterschied Sozialpädagogik/Soziale Arbeit Ausbildung)

15:00 Uhr Pfennigparade (Besichtigung Schule, Bibliothek, Werkstätten, Wohnanlagen)

danach abendlicher Ausklang :)




so141314 am 19.Mär 15  |  Permalink
am Weg nach München

so141314 am 19.Mär 15  |  Permalink

so141314 am 21.Mär 15  |  Permalink
Bahnhofsmission Hbf München

so141314 am 21.Mär 15  |  Permalink
Die Bahnhofsmission München
Die Bahn­hofs­mis­si­on Mün­chen ist im Haupt­bahn­hof am Gleis 11 zu fin­den. Sie ist ein Ort, der 24 Stun­den am Tag, an 365 Ta­gen im Jahr für jeden hilfesuchenden Menschen offen steht.

Die Bahn­hofs­mis­si­on Mün­chen ist ei­ne der größ­ten Bahn­hofs­mis­sio­nen in Deut­sch­land und hilft mit Tee und Brot, mit Gesprächen, mit Raum und bei Umsteighilfen.

Mission 1


Von morgens bis abends verteilen MitarbeiterInnen heißen Tee und Brote, über 300 Portionen täglich. Der Schutzraum ist während der Tee- und Brotausgabe für alle geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten steht er Menschen offen, die auf eine Beratung warten oder zum Zug begleitet werden. Die Gespräche reichen von der einfachen Auskunft bis hin zur komplexen Einzelfallhilfe bei Krisen. Eine Abklärung bzw. eine Entwicklung von Strategien zur Problemlösung findet etwat 30 bis 50 mal pro Tag statt.
Die Bahnhofsmission hilft auch beim Umsteigen, egal ob jemdand blind oder gehbehindert ist.

patricia-studytrip am 24.Mär 15  |  Permalink
Bahnhofsmission - wer finanziert was?
Die Bahnhofsmission in München arbeitet überkonfessionell. Betriebswirtschaftlich und finanziell ist sie in den Bereich Invia-Katholische Mädchensozialarbeit und Evangelisches Hilfswerk München getrennt. Die sozialarbeiterischen Tätigkeiten und die Dienstpläne sind übergreifend. Die Bahnhofsmission ist eine Vermittlungsstelle für Menschen in Not, auch werden Rückführungen innerhalb Deutschlands, aber auch Rumäniens und Bulgariens durchgeführt. Die Rückführungen erfolgen zum Großteil freiwillig. Im Winter gibt es seit einigen Jahren ein Kälteschutzprogramm in der Bayernkaserne, wo Obdachlose mit einem Einweisungsschein, den sie bei der Bahnhofsmission erhalten die Nächte verbringen dürfen.
Steffi Gruber erzählte uns, dass in alten Tagebüchern vermerkt ist, dass pro Tag 10 Kontakte stattfanden. Heute sind es 60-90 Beratungen pro Tag, ohne den Personen im Aufenthaltsraum, die zum Essen und Trinken vorbeikommen. Die Einrichtung zeichnet sich durch ihre Niedrigschwelligkeit aus, denn es gibt keine Aufnahmekriterien und die Hilfeleistung erfolgt durchwegs anonym. Das Team setzt sich aus 10 fix angestellten Personen und 80 ehrenamtlichen MitarbeiterInnnen zusammen. Einmal pro Woche gibt es für die Fixangestellten Teamgespräche, für die Ehrenamtlichen finden diese einmal pro Monat statt, sowie Schulungen und Weiterbildungen in allen relevanten Bereichen und natürlich Supervision. Alle Hauptamtlichen sind ausgebildete SozialarbeiterInnen oder SozialpädagogInnen, sowie eine Erziehungswissenschafterin. Bahnhofsmissionen von kirchlichen Trägern gibt es in ganz Deutschland. Eine Besonderheit ist vielleicht auch noch, dass es keine Überwachungskameras gibt. Jedes Büro ist mit einer Nothupe ausgestattet, die vom Berater/Beraterin gedrückt wird, wenn eine Situation eskaliert. Auch die Polizeiinspektion ist am selben Gleis beheimatet und sind die Exekutivorgane in Notsituationen binnen kürzester Zeit vor Ort. Ab 1/2 10 Uhr abends ist die Mission geschlossen und kann nur über eine Glocke und ein Nachtsichtfenster erreicht werden. Denn abends sind nur 2 Personen vor Ort. Abends werden auch nur Frauen und Kinder eingelassen, die im Aufenthaltsraum nächtigen möchten (bis max. 8 Personen). Die Nachtdienste werden meist von Ehrenamtlichen oder StudentInnen absolviert.

Mission2
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herbert bso14y am 21.Mär 15  |  Permalink
Bahnhofsmission - Kommentar
Wir wurden sehr nett empfangen - Steffi, die Mitarbeiterin, die uns durch die Bahnhofsmission geführt hat hat meiner Meinung nach sehr gut klar gemacht, welche Aufgaben die BHfM hat. Vor allem der Aspekt der Sozialen Arbeit im Hinblick auf die Abgrenzung zu anderen Fachdiensten und vor allem zu anderen Professionen (Sozialpädagogen) wurde deutlich. Die Soziale Arbeit als umfassende/erfassende Dienstleistung agiert als (Ver-)mittler zu anderen Professionen (SozPäd, Psychologie,…) die sich wiederum mit speziellen Themen beschäftigen.
Damit ist aber auch der Kernauftrag der BHfM erklärt. Erst Anlaufstelle - Akute Hilfe - Weitervermittlung zu entsprechenden Stellen.

herbert bso14y am 21.Mär 15  |  Permalink
Kommentar Pfennigparade
Eine Beeindruckende Einrichtung von enormer Größe (ca. 2400 BewohnerInnen, SchülerInnen, WerkstättenmitarbeiterInnen). Leider war unsere Ansprechperson erkrankt, aber die Rektorin der Schule und ein Lehrer sowie der Bibliothekar haben sich spontan bereit erklärt, uns mit Informationen zu versorgen, die Einrichtung teilweise zu zeigen und in Austausch mit uns zu treten.
Einige Eindrücke in Stichworten:
Vorbildlich erbaute Schule - Barrierefreiheit-Integration
Offene MitarbeiterInnen - Rektorin, Lehrer, Bibliothekar
Bedarfsorientiert Ausgerichtete Angebote
Wertschätzend und gerecht Entlohnte Werkstattplätze
Allgemein Wertschätzende Haltung gegenüber Menschen

Stiftung Pfennigparade aussen

Pfennigparade innen

sandra graf am 21.Mär 15  |  Permalink
Förderschule Pfennigparade
Das Gespräch mit der Schulleiterin fand ich besonders interessant - insbesondere den Austausch über die Integrations- und Inklusionsmodelle Deutschlands und Österreichs. In einigen Bundesländern Deutschlands wurden bereits die Sonderschulen nach dem Inklusionsmodell geschlossen und sämtliche Sonderschüler in Regelschulen integriert, was laut Auskunft der Schulleiterin jedoch aktuell dazu führt, dass neue private (Sonder)Schulen eröffnet werden, da das neue Inklusionsmodell sich für viele Schüler als unpassend herausstellt.
Bezüglich der Betreuungszahlen in den bayrischen Förderschulen waren wir uns einig darüber, dass 1 Lehrer sowie eine halbe Pflegekraft für 14 (großteils körperlich beeinträchtigte oder autistische) Schüler eine sehr schlechte Betreuungsquote darstellt.

Foerderschule Pfennigparade

Klasse innen 1 Pfennigparade

Pfennigparade schule innen

herbert bso14y am 21.Mär 15  |  Permalink
Ausklang
Hey, eine nette Reisegruppe! Ich hatte viel Spaß mit meinen KollegInnen. Ein passender Ausklang des 1. Tages. Neben interessanten fachlichen Besichtigungen Tagsüber tauchen wir am Abend in die Kultur des Landes ein. Dazu passend wählen wir ein Speiselokal mit dem Namen "DER DICKE MANN". So entspricht ein kleines Bier einem österreichischen Krügerl und die Speisekarte ist auch nicht gerade auf leichte Kost ausgerichtet… Schmeckte aber gut…!

dicker mann schweinebraten
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patricia-studytrip am 23.Mär 15  |  Permalink
Vergleich Werkstätte Pfennigparade - Deutschland - Österreich
Die Werkstätte in der Pfennigparade beschäftigt Menschen mit Beeinträchtigung (egal ob geistig oder körperlich). Viele SchulabgängerInnen der Förderschule finden nach Schulpflicht eine Lehrstelle in der Werkstätte oder den von der Werkstätte belieferten Betrieben (wie z.B. BMW). Auch SchülerInnen die ihr Fachabitur in der Pfennigparade Fachoberschule abgeschlossen haben werden nach Absolvierung eines Praktikums direkt von der Werkstätte übernommen. In der Werkstätte werden Dienstleistungen der Informations- und Elektrotechnik, sowie Maschinenbau angeboten, im Schwerpunkt Wartung und Betrieb. Weiters gibt es den Bereich Personal-Dienstleistungen, wo die Bereitstellung von Fachpersonal für kaufmännische und technische Sachbearbeitung dazugehören. Datenservice, Direktmarketing, Grafik und Gestaltung, Garten- und Pflanzenservice, Schreinerarbeiten, Stuhlgeflecht und kunsthandwerkliche Produkte sind ein kleiner Auszug des Betätigungsfeldes der Werkstatt, in der Integration die Basis ist, neben dem Erbringen von wirtschaftlichen Leistungen. Die Angestellten und Arbeiter werden kollektivvertraglich entlohnt. 2013 waren 386 MitarbeiterInnen in der Werkstatt beschäftigt und 103 MitarbeiterInnen in der Administration. 68 MitarbeiterInnen waren 2013 im Bereich Büro Kommunikation und 152 MitarbeiterInnen im Programmierservice tätig. In der Buchbinderei hatten 2013 169 Menschen einen Job und im Bereich Informationverarbeitung und Technik: 160 Personen.

Die Arbeitsplatzschaffung für Menschen mit körperlich und geistigen Beeinträchtigungen im Rahmen der Stiftung Pfennigparade, kann man durchaus mit den integrativen Betrieben in Österreich vergleichen. Von den IB´s gibt es in Österreich über das gesamte Bundesgebiet verteilt 8 Betriebe, die durch das Sozialministerium unterstützt werden. Auch hier finden vorrangig Menschen mit Beeinträchtigungen einen gesicherten und geschützten Arbeitsplatz, der auf ihre Bedürfnisse eingestellt ist. Auch die Entlohnung erfolgt in Österreich nach Kollektivvertrag.

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